Komposition sehen: Linien, Licht und Geduld in der Blauen Stunde.
Ein wunderschöner Abend während der Blauen Stunde im spätherbstlichen Viertel.
Die goldene Stunde ist gerade vorbei, die Sonne bereits unter dem Horizont, und das Licht beginnt sich zu verwandeln.

In der ersten Aufnahme befinde ich mich in einer ruhigen Gasse. Ich fotografiere mit dem Smartphone und nutze bewusst das Drittelregel-Raster – diesmal weniger, um das Hauptmotiv zu platzieren, sondern um die Linienführung der Gebäudewände zu kontrollieren. Die vertikalen Linien bleiben gerade, die Perspektive ruhig und unverzerrt. Ich warte, bis eine Person in das Licht läuft. Sie wird zwar mittig im Bild erfasst, doch ihr Schattenwurf erzeugt Dynamik und Spannung. Das Zusammenspiel von Hell und Dunkel wird zum eigentlichen Gestaltungselement.
Die Straßenbeleuchtung taucht Teile der Szene in warmes Gelb, während die Blaue Stunde den Raum mit kühlen Blautönen füllt. Kontrastfarben für Kontrast – nicht laut, sondern subtil und atmosphärisch.

In der zweiten Aufnahme öffnet sich ein Platz mit einem Brunnen. Die Dame wird an einer Drittelregel-Überschneidung positioniert. Die Lichtquellen im Brunnen erzeugen einen leuchtenden Lichtkranz um sie herum. Zusätzliche Spannung entsteht durch die Tiefenstaffelung: Vordergrundschärfe, ein leicht unscharfer Hintergrund mit architektonischer Struktur. Das Bild wirkt ruhig, fast kontemplativ – und lebt dennoch von Licht, Farbe und Komposition.
Beide Bilder zeigen, wie sehr bewusstes Sehen, Geduld und Lichtbeobachtung die Bildwirkung prägen können – auch (oder gerade) mit dem Smartphone.
Am 21. März 2026 gebe ich an der vhs Freiburg erneut einen Tagesworkshop zum Thema Fotografieren mit dem Smartphone. Bei Interesse an weiteren Informationen und zur Anmeldung bitte HIER klicken.

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